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Heroman - Nebelmacher

Episode 2

Zweitausendvierundzwanzig, Oktober.
Mich packte die Neugier, dieses alte, leise Ziehen im Innern. Ich wollte nur mal schauen, wie es meinen alten Kriegern im Nebel ergeht. Nur schauen, nichts anfassen, nur sehen. Denn längst war ich raus aus dem Spiel. Januar Dreiundzwanzig hatte ich die Klicke verlassen, hatte die Pixelwelt abgestreift wie einen alten Mantel, um mir Zufriedenheit nur noch im Real Life zu holen.

Damals ging ich nicht leise. Oh nein.
Mit grossem Getöse wurde ich verabschiedet, fast schon feierlich. Eine wunderbare Familie liess ich zurück, mit Sinn fürs Game, mit Stil, mit verdammt gutem Geschmack bei der Wahl ihrer Anführer. Das tat gut. Vielleicht zu gut.

Und wieder war es Frisy. - Immer Frisy. - Ein sanfter Stups, kein Drängen. Ein Sag mal, alter Bruder… willst du nicht zurück ins Nebelreich kommen?

Ein anderer Freund — zu dem komme ich noch, ja ja — hatte sich im Sommer Fünfundzwanzig zurückgezogen. Doch dann tauchten Namen wieder auf, alte Geister aus dem Nebel: Aktienlord, ein längst Verschollener, und weitere bekannte Droogs, die plötzlich wieder mitmischten. Der Widerstand in mir bröckelte. Das Uhrwerk begann erneut zu ticken.

Und so kehrte ich zurück ins Game. Leicht, fast unheimlich leicht. Denn jener andere Freund hatte in meiner Abwesenheit meinen Account gepflegt, gehegt, sauber gehalten. Kein Staub, kein Rost. Dieser Freund trägt den furchteinflössenden Namen Maath und ist nun Offizier. Echte space-war Loyalität.

Natürlich dauerte es. Mechanismen, Abläufe, Meta — alles musste wieder ins Fleisch übergehen. Lernen durch Tun, wie früher. Und dann, im Sommer, trat unser Anführer MickKnight zurück. Einfach so. Ein Vakuum entstand. Ein vertrautes Gefühl.

Ich bewarb mich erneut als Anführer. Nicht aus Gier, sondern aus Pflichtgefühl. Ziel war klar: Die Gilde strategisch neu aufstellen, ausrichten, ordnen. Und Brüder & Schwestern — es funktionierte. Es funktionierte richtig gut. - Die Fortschritte im letzten Halbjahr Fünfundzwanzig waren enorm. Zahlen, Siege, Struktur. Das Uhrwerk lief wieder rund.

Jetzt fehlen noch drei wichtige Veränderungen. Drei Ziele. Drei letzte Schrauben, die ich festziehen will. Dann werde ich den Stab erneut weiterreichen. An Jüngere. An Hungrige. An jene, deren Feuer noch heller brennt. Denn ich weiss inzwischen: Ein guter Anführer erkennt nicht nur, wann er führen muss, sondern auch, wann es Zeit ist, loszulassen.

Text: Hero, stilistisch überarbeitet mit KI, angelehnt an Anthony Burgess - A Clockwork Orange

Funktion

- Anführer
- Ratsmitglied